Etikette und mehr
Etikette-Expertin von Vorsicht Fettnäpfchen!

Richtig kondolieren

Montag, 16. November 2009 - 17:35 Uhr

Der Tod gehört zu unserem Leben dazu. Doch im Trubel des Alltags ist für Gedanken an ihn oft kein Platz. Werden wir mit dem Tod konfrontiert, ergreifen uns oft Hemmungen und Unsicherheit. Wie also verhält man sich Trauernden gegenüber? Ist das Ansprechen erwünscht oder sollte besser gar nichts gesagt werden? Und welche Kleidung ist zur Trauerfeier angebracht? Ist schwarz wirklich nur den engsten Familienangehörigen vorbehalten? Wie verfasst man ein Kondolenzschreiben und was gehört in eine Traueranzeige?

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Beantwortung der Kondolenzbriefe

Erika Bellermann trauert um ihren Mann Willi. Voller Dankbarkeit hat sie die zahlreichen Kondolenzschreiben empfangen. Nun, da die Beerdigung stattgefunden hat, möchte sich Erika für die herzliche Anteilnahme bedanken. Doch welche Form sollte sie dafür wählen – muss sie nun allen, die kondoliert haben, einen handschriftlichen Brief schreiben oder reicht in diesem Fall auch eine Drucksache?
Antwort:
Für Kondolenzschreiben und Beileidsbekundungen bedankt man sich üblicherweise durch eine Zeitungsanzeige oder gedruckte Danksagungen. Oft wird auch beides kombiniert. Die Danksagungskarten sollten in Form und Design auf die Todesanzeigen abgestimmt sein. Ein schönes Foto der oder des Verstorbenen kann, besonders bei Freunden und Verwandten, die schriftliche Danksagung ergänzen – ebenso einige handschriftlich hinzugefügte Worte.

Hut auf der Trauerfeier

Für Siegrid Kämmerer ist der Tod ihres guten Freundes Harald ein schwerer Schicksalsschlag. Heute nun gilt es ein letztes Mal Abschied zu nehmen. Aber bei der Auswahl der Trauerkleidung ist Frau Kämmerer verunsichert. Der schwarze Hut gehört für sie einfach dazu. Doch darf eine Frau eigentlich auch während der Trauerfeier in der Kirche den Hut auf behalten?
Antwort:
Frauen dürfen, anders als Männer, in geschlossenen Räumen ihren Hut aufbehalten. Dazu gehört auch die Kirche. Ein schwarzer Hut, passend zur Trauerkleidung, schützt zudem bei einer Trauerfeier vor neugierigen Blicken. Selbst eine dunkel getönte Brille wäre hier kein Fauxpas.

Lippenstiftreste am Glas

Ruth und Werner Ziegler genießen es, sich in ihrem Lieblingsrestaurant so richtig verwöhnen zu lassen. Und zu einem vollendeten Menü gehören für die beiden Feinschmecker selbstverständlich auch die perfekt darauf abgestimmten Weine. Doch ist es – zumindest für Frau Ziegler – schon wieder vorbei mit dem uneingeschränkten Genuss: Ein hässlicher Lippenstiftabdruck klebt an ihrem Weinglas. Peinlich berührt, will sie die Spuren beseitigen. Aber ist das wirklich die richtige Strategie und wie sollte sie dabei vorgehen?
Antwort:
Lippenstiftspuren an Gläsern und Tassen lassen sich vermeiden indem man sich entsprechend sorgfältig schminkt, bzw. einen „kussechten“ Lippenstift verwendet. Dieser ist heutzutage nicht mehr den Filmstars vorbehalten sondern in jeder Parfümerie zu erwerben. Es ist auch hilfreich vor dem Trinken ganz unauffällig die Lippen oder den Glasrand mit der Zunge zu befeuchten. Ist es dennoch passiert, kann man die Spuren diskret mit dem Daumen wegwischen oder sie ganz einfach ignorieren.

Schwarzer Anzug

Karlo Schulte betritt äußerst ungewohntes Parkett: Das erste Mal seit Langem steht der Kauf eines Anzugs an. Denn schon bald soll er Trauzeuge seines besten Freundes sein. Diesem ehrenvollen Amt entsprechend muss natürlich die Garderobe ausfallen. Die Auswahl ist riesig, doch Schulte ist sich sicher: Ein schwarzer Anzug ist genau das richtige für eine Hochzeit und erst recht für ihn als Trauzeuge. Schließlich wird er damit einen seriösen und edlen Auftritt hinlegen. Aber ist schwarz wirklich die richtige Wahl?
Antwort:
Der schwarze Anzug ist ein „Anlassanzug“, das heißt, er sollte ausschließlich zu hochoffiziellen Anlässen getragen werden, auch wenn die Realität heute anders aussieht. Bei Beerdigungen und Trauerfeiern wird er mit einem weißen Hemd und einer schwarzen Krawatte kombiniert. Er passt aber auch zu Jubiläen, Festakten und Hochzeiten. Zu diesen Anlässen gehört dann offiziell ein silbergrauer Binder und eventuell ein weißes Einstecktuch. Immer mehr werden aber auch farbige, dezent gemusterte edle Seidenkrawatten getragen. Das Hemd ziert ein Kent- oder Haifischkragen und Umschlagmanschetten, die mit Manschettenknöpfen zusammen gehalten werden. Glatte schwarze Schnürschuhe mit dünnen Ledersohlen und feine schwarze, wadenlange Socken ergänzen die festliche Kleidung.

Traueretikette

Wir alle sind irgendwann betroffen und wissen dann oft nicht, wie wir mit der   Situation umgehen sollen. Einen Menschen mit Würde verabschieden bedeutet nicht nur, dass man die richtige Trauerkleidung trägt und beim Kondolieren die Form bewart. Respektieren Sie im Trauerfall unbedingt die Wünsche der Angehörigen. Wenn ein Kondolenzbuch ausliegt, sollten Sie außer Ihrem Namen noch ein paar tröstende Worte, die Sie sich schon vor der Beerdigung oder der Trauerfeier überlegt haben, hineinschreiben. Zum Leichenschmaus wird mit einem Kärtchen, das der Todesanzeige hinzugefügt wird, oder persönlich nach der Trauerfeier, eingeladen. Es treffen sich Freunde, Verwandte und alte Bekannte des Verstorbenen. Freundschaften werden erneuert und neue geschlossen, Familienzwiste können gelöst, Netzwerke geknüpft und Erinnerungen ausgetauscht werden.  Menschen, die diesen Faxabruf aus aktuellem Anlass lesen, wünsche ich Mut und Zeit zum Trauern und zum Weinen. Ich wünsche Ihnen Menschen, die Verständnis haben, Freunde und Angehörige, die helfen Trauerarbeit zu leisten und den Alltag zu bewältigen. Trauernde sollten nicht isoliert werden. Sie brauchen Ansprache, Trost und Hilfe.  Gehen Sie ihnen nicht aus dem Weg. Hierzu fällt mir folgender Satz ein:
„Aus Angst das Falsche zu tun, tat ich gar nichts. Das war das Falsche“.
Lis Droste Buchempfehlung zum Thema: Mechthild Schroeter-Rupieper: „Für immer anders“, das Hausbuch für Familien in Zeiten der Trauer und des Abschieds, Oktober 2009 Autor: Lis Droste (Die Autorin ist selbständige Stil- und Etikettetrainerin in Frankfurt/M.) Die Rechte für den Faxabruf liegen beim MDR. Jegliche Nutzung bzw. Vervielfältigung von Informationen oder Daten, insbesondere die Verwendung von Texten, Textteilen oder Bildmaterial bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des MDR.  
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Knigge von Nandine Meyden
 
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