Etikette und mehr
Etikette-Expertin von Vorsicht Fettnäpfchen!

Feste feiern

Montag, 21. Dezember 2009 - 17:35 Uhr

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Doch eine Party will gut vorbereitet sein! Wann also ist eine Sitzordnung sinnvoll und nach welchen Kriterien sollte man vorgehen? Wie trifft man eine Gäste-Auswahl, wenn man den Rahmen klein halten will, aber niemanden mit einer Ausladung vor den Kopf stoßen möchte? Ist man als Gastgeber verpflichtet, einander unbekannte Gäste vorzustellen und muss man bei der Menü-Auswahl auf alle Vorlieben der Geladenen Rücksicht nehmen? Ist ein Mitbringsel auch heute noch obligatorisch und wie gibt man seinen Gästen zu verstehen, dass es Zeit zum Aufbruch ist?

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Einladung per Post oder per E-Mail?

Simone Winter ist voller Vorfreude: Sie möchte alle ihre Verwandten, Freunde und Bekannten zu einer Party einladen. Doch als die Gästeliste endlich fertig ist, wird sie unsicher. Auf welchem Weg werden heutzutage Einladungen am besten übermittelt? Müssen sie wirklich immer per Post verschickt werden oder tut es auch eine nette E-Mail?

Antwort:
Eine nette E-Mail kann durchaus genügen, manchmal ist es sogar die bessere Entscheidung. Schließlich ist die elektronische Post schneller – damit auch hoffentlich die Antworten der Gäste. In die Einladung können gleich Links für die Anfahrtsbeschreibung oder Zugverbindungen eingebaut werden. Das spart den Eingeladenen Zeit und zeigt ebenso die Mühe, die sich ein Gastgeber gemacht hat. Jeder der einlädt, sollte sich einfach nur fragen, welche Botschaften er durch die Art und Weise seiner Einladung aussendet und ob er dies genau so will. Wer in kultivierter Runde mit dunklem Anzug einen großen Anlass begeht, der sollte dazu keine E-Mail verschicken. Große Anlässe brauchen etwas "Besonderes" – auch schon bei der Einladung.

Neue Flasche, neue Gläser?

Jenny Fröhlich und Maximilian Sommer sitzen seit Stunden zusammen und planen voller Enthusiasmus das nächste Klassentreffen. Mittlerweile haben beide eine Flasche Wein geleert. An flüssiger Inspiration soll es nicht scheitern und so öffnet Jenny eine zweite Flasche. Maximilian allerdings lehnt es vehement ab, den neuen Wein einer anderen Sorte aus demselben Glas zu trinken. Jenny findet das kleinlich. Doch muss ein neuer Wein wirklich in einem neuen Glas serviert werden?

Antwort:
Ein fürchterlicher Gedanke, einen anderen Wein aus demselben Glas zu trinken: Ja, da müssen wirklich und ohne jede Diskussion neue Gläser her. Der Geschmack des vorherigen Weins würde zu sehr den neuen beeinflussen. Da mag bei einem Erfrischungsgetränk keine Rolle spielen, bei Wein verdirbt das alles.

Anstoßen, dass die Gläser klirren?

Ruth und Werner Ziegler genießen es, sich in ihrem Lieblingsrestaurant so richtig verwöhnen zu lassen. Bevor die beiden Feinschmecker jedoch ihre Aufmerksamkeit voll und ganz den ausgewählten Spezialitäten aus der Küche widmen, muss mit einem edlen Tropfen angestoßen werden – schließlich feiert Frau Ziegler heute einen runden Geburtstag! Aber darf man mit Weingläsern eigentlich anstoßen oder prostet man sich korrekterweise lediglich über die Distanz zu?

Antwort:
Man kann durchaus anstoßen – das ist eben großen und besonderen Gelegenheiten vorbehalten. Ein runder Geburtstag kann das durchaus sein. Sonst prostet man sich nur zu.

Muss das "kleine Schwarze" wirklich auch schwarz sein?

Inga Schuhmann braucht ein Kleid – für die schicke Silvesterparty, auf die sie sich schon lange freut. Sie will sich ein "kleines Schwarzes" zulegen. Doch die Auswahl ist groß und außer den schwarzen gibt es noch viele weitere Kleider in anderen Farben, die Inga gefallen. Sie ist sich sicher, ein "kleines Schwarzes" muss nicht unbedingt schwarz sein, Hauptsache das Kleid ist aus einem edlen Material und hat einen klassischen Schnitt. Aber stimmt das wirklich?

Antwort:
Es klingt unlogisch, dennoch ist es richtig: Ein "kleines Schwarzes" sagt nicht so viel über die Farbe, umso mehr jedoch über den Stil aus. Es ist immer ein Kleid, das einen perfekten Schnitt und Sitz, ein edles Material, einen dunklen Farbton und eine knieumspielende Länge hat. Viele Frauen tragen es aber am liebsten in schwarz. Es könnte jedoch auch in dunkelgrau, in aubergine, oder auch in tiefgrün gehalten sein. Autor: Nandine Meyden (Die Autorin ist selbständige Benimm- und Kommunikationstrainerin in Berlin.) Die Rechte für den Faxabruf liegen beim MDR. Jegliche Nutzung bzw. Vervielfältigung von Informationen oder Daten, insbesondere die Verwendung von Texten, Textteilen oder Bildmaterial bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des MDR. VF 156
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